Meine Ersten Erfahrungen in den USA

Nachdem ich über eine Agentur ein Sportstipendium für eine Universität in den USA vermittelt bekommen habe, befinde ich mich jetzt seit fast 2 Monaten in West Virginia an dem Davis & Elkins College. Ich habe mich unter anderem für diese Uni entschieden, da diese landschaftlich sehr schön gelegen schien. Dieser Eindruck hat sich in den ersten Wochen bestätigt. Nur zum Radfahren ist es relativ bergig, sodass mir das hier deutlich schwerer fällt als in meiner Heimatstadt Göttingen und vor allem im Vergleich zu Hannover, wo ich die letzten Jahre gelebt und trainiert habe. Es ist hier nochmal ungewöhnlich warm geworden und abgesehen von einigen Regentagen war es fast durchgehend sonnig. Die Uni ist relativ klein, sodass einem schnell die Gesichter bekannt vorkommen. Dadurch sind die Kurse auch eher klein und bei maximal 30 Personen in einem Raum kommt es mir manchmal mehr vor wie Schule, aber gerade für den Anfang, wo es mir vorkam, als würden alle anderen ziemlich schnell reden, und ich mich anstrengen musste um Gesprächen zu folgen, ist das wohl eher ein Vorteil.

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Ich wurde, gerade von meinem Team, sehr herzlich willkommen geheißen und habe mich schnell wohl gefühlt. Wir trainieren hier fast jeden Tag zusammen als komplette Gruppe, und an den anderen Tagen findet man auch immer einige Personen mit denen man zusammen laufen kann. Der Trainer sieht uns auch fast jeden Tag und bei den Dauerläufen läuft er häufig bei einer der Gruppen mit. Eine Umstellung war es für mich, morgens um 6 Uhr vor dem Frühstück Tempoläufe zu haben. Aber wenn man erstmal angefangen hat geht es auch meistens. Nur das Frühstück kommt dann auf Grund der Vorlesungen leider oft etwas zu kurz. Durch das Leben auf dem Campus, hat sich mein Alltag etwas verändert. Man ist durchgehend von Leuten umgeben, und es ist schwieriger, zur Ruhe zu kommen. Unter anderem durch die vielen Leute, die hier zusammen auf einem Flur leben. Von denen haben auch nicht alle ihr Training um 6 Uhr morgens, sodass der Schlaf manchmal etwas zu kurz kommen kann. Wer mich kennt, weiß, dass ich sehr gerne koche und vor allem esse. Da ist das Kantinenessen hier nicht ganz zufriedenstellend für mich, aber das ist bis jetzt der einzige Punkt, mit dem ich nicht so zufrieden bin.

 

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Auf dem Uni-Gelände gibt es neben den verschiedenen Gebäuden für die Vorlesungen, der Kantine mit Aufenthaltsbereich und den Wohngebäuden, ein Schwimmbad, wo ich es genieße, regelmäßig schwimmen gehen zu können, ein Fitnessstudio und Sporthallen. Es gibt sogar eigene Physiotherapeuten, die einen täglich behandeln können.

Die Uni ist im Vergleich zu meinen Vorlesungen in Hannover bis jetzt deutlich leichter, und die Examina bestehen größtenteils aus multiple choice-Aufgaben, wodurch diese ebenfalls leichter zu beantworten sind. Mir ist aufgefallen, dass die Personen stolz darauf sind, auf welche Uni sie gehen, was mir in Hannover nicht so aufgefallen war. Außerdem hat der Sport einen ganz anderen Stellenwert. Nicht nur, dass die Unis viel mehr Geld für den Sport ausgeben (eine Uni in Texas zum Beispiel stellt fast die gleiche Summe an finanziellen Mitteln für den Sport bereit wie die deutsche Regierung), sondern auch der Stolz, die Uni zu vertreten. Wenn ein Wettkampf auf dem Uni Gelände ist, sieht man immer viele andere Studenten, die anfeuern. Das eine Wochenende war ich bei einem American Football-Spiel der nächst größeren Uni. Das ist das einzige Football Team in der Region, welches in der ersten College Liga spielt, und der Gegner war eher schlecht. Trotzdem war das ca. 60.000 Zuschauer fassende Stadion fast gefüllt. Nicht weg zu denken war die Nationalhymne, die hier wohl vor ziemlich jeder Sportveranstaltung gespielt wird. Für mich wirkte das ganze mehr wie eine Show als nur ein Wettkampf, aber vielleicht wird es dadurch für Zuschauer etwas interessanter.

Ich bin gespannt, welche Eindrücke ich hier noch gewinnen kann, freue mich jedoch auch schon darauf, nächsten Sommer wieder Wettkämpfe im LG Nord Trikot bestreiten zu dürfen.


Stand Oktober 2017